Die Creative Aurvana Ace Mimi punkten mit einem kraftvollen, detailreichen Klangbild dank Hybrid-Treibern und personalisierbarem Hörprofil. In Sachen ANC und Transparenzmodus bleiben sie jedoch hinter der Konkurrenz zurück, ebenso wie bei der Sprachqualität in lauten Umgebungen. Wer den Fokus auf Sound legt, erhält hier dennoch einen spannenden Kandidaten.
- gute Klangpersonalisierung
- Hörer gemäß IPX5 wasser- und schweißbeständig
- Schnellladefunktion & drahtloses Laden via Qi
- Multipoint-Verbindungen
- unterstützen LC3, AAC und LDAC
- maximaler Umgebungsmodus mit stärkerem Grundrauschen
- recht hohe Ladezeiten
- Hörprofil setzt Registrierung voraus
Zur Ausstattung der Creative Aurvana Ace Mimi zählen neben den neuartigen MEMS-Treibern (mikroelektromechanisches System) und dem Hörprofil von Mimi Hearing Technologies aus Berlin mit LDAC ein hochauflösender Audiocodec sowie LE Audio. Darüber hinaus verfügen die kabellosen In-Ears über eine Geräuschunterdrückung und einen Umgebungsmodus, die jeweils durch drei Stufen eine Anpassung an die Umgebung ermöglichen sollen.
Die Creative Aurvana Ace Mimi sind in Mitternachtsblau erhältlich und fallen mit einem Gewicht von fünf Gramm pro Seite relativ leicht aus. Optisch reiht sich das Modell dabei fließend in die Aurvana-Ace-Serie des Herstellers ein und ist ebenfalls wie die Creative Aurvana Ace 2 gemäß IPX5 wasser- sowie schweißbeständig verarbeitet. Charakteristisch für die Hörer sind zudem recht hohe Isolationseigenschaften, sodass wenig Schall von außen nach innen gelangt, was auch umgekehrt gilt.
Creative Aurvana Ace 2
True Wireless In-Ears mit adaptivem ANC und xMEMS-Technologie.
Akkulaufzeit der Creative Aurvana Ace Mimi
Im Grundmodus lässt sich mit den Creative Aurvana Ace Mimi eine Laufzeit von sieben Stunden erreichen, wenn das AAC-Format bei einer gehobeneren Lautstärke zum Einsatz kommt. Ist die Geräuschunterdrückung in der Maximaleinstellung aktiv, reicht die Akkukapazität hingegen für fünf Stunden und 15 Minuten. Zudem können die Hörer im Case drei Mal vollständig aufgeladen werden, wodurch sich eine Gesamtlaufzeit von etwa 28 Stunden im Standardbetrieb und 21 Stunden im ANC-Modus ergibt.
Während eine zehnminütige Schnellladung Kapazität für bis zu 95 Minuten (ohne ANC) bereitstellen kann, benötigen die In-Ears etwa 100 Minuten bis sie vollständig aufgeladen sind. Auf eine Ladestandsanzeige wie bei den Aurvana Ace 2 wurde dabei leider verzichtet.
Die Akkureserve des Cases ist darüber hinaus nach guten zwei Stunden wieder hergestellt, wenn das mitgelieferte USB-C auf USB-A-Ladekabel genutzt wird. Alternativ besteht auch eine drahtlose Ladeoption via Qi.
Bluetooth Specs
Unterstützt werden Bluetooth 5.3, LE Audio mitsamt Auracast-Funktion und Multipoint-Verbindungen mit zwei Geräten gleichzeitig. Im Verbund mit einem Tablet oder Laptop und dem Smartphone kann aktuell allerdings das Umschalten der Wiedergabe hakeln, sodass ein weiterer Versuch notwendig ist, was durch ein Firmware-Update aber zu beheben sein sollte. An Audiocodecs stehen SBC, AAC, LDAC und LC3 zur Auswahl. Darüber hinaus sind die Hörer für Computer- und Handy-Spiele oder Filme und Serien mit einem Low-Latency-Modus ausgestattet.
Was ist Auracast Broadcast Audio?
Auracast Broadcast Audio, meist einfach nur „Auracast“ genannt, erweitert die Möglichkeiten der Bluetooth-Audioübertragung enorm.
Bedienung der Creative Aurvana Ace Mimi
Über die Touch-Oberflächen der Creative Aurvana Ace Mimi lässt sich ab Werk die Wiedergabe steuern und Lautstärke regeln, der Sprachassistent aufrufen sowie zwischen Grund-, Umgebungs- und ANC-Modus umschalten. Auch ein Vorspringen zum nächsten Titel und das Abwickeln von Telefonaten ist vorgesehen. Außerdem wird eine einseitige Nutzung im Single-Betrieb und ein manuelles Ein- oder Ausschalten über die berührungsempfindlichen Oberflächen unterstützt.
Während ein Halten für die Einstellung der Lautstärke reserviert ist, sind das zwei- und dreifache Antippen über die App der Hörer konfigurierbar. Hierdurch lässt sich ein Zurückspringen zur Titelnavigation, aber auch die Auracast-Funktion nachrüsten, sodass direkt über die Hörer nach einer Broadcast-Quelle in der Nähe gesucht werden kann. Nicht belegbar ist dagegen der Low-Latency-Modus, was schade ist. Vermisst werden kann zudem eine Trageerkennung (Auto Pause).
Creative App
Die App-Anbindung (Android und iOS) stellt zahlreiche Optionen zur Klanganpassung bereit. Dazu zählen 43 Voreinstellungen für Musikrichtungen von Rock bis Klassik, Filme und diverse Gaming-Settings angefangen bei verschiedenen Genres bis hin zu einzelnen Titeln und Serien. Das mitgelieferte Repertoire lässt sich dabei als Ausgangsbasis für eigene Anpassungen nutzen, welche wie die Einstellungen am 10-Band-EQ selbst als Presets gespeichert werden können.
Wer die Mimi-Klangpersonalisierung nutzen möchte, muss sich (leider) zunächst registrieren. Anschließend kann ein Hörtest absolviert werden, der separat pro Ohr erfolgt, um sowohl Disbalancen auszugleichen als auch einer altersbedingten Abnahme des Hörvermögens entgegenzuwirken.
Die sogenannte „Hearing ID“ ist mit „Sanfter“, „Empfohlen“ und „Kräftiger“ in drei Varianten einsetzbar und kann in der Intensität über einen Regler feinstufig gesteuert werden. Außerdem ist eine Kombination mit der EQ-Sektion möglich, wodurch sich das Hörerlebnis sehr spezifisch anpassen lässt. Klasse!
Über die Umgebungssteuerung sind sowohl die Geräuschunterdrückung als auch der Transparenzmodus innerhalb von drei Stufen regelbar. Darüber hinaus lässt sich über die App nach einem Broadcast Stream suchen und diesem beitreten sowie der Low-Latency-Modus, die Sprachansagen und der Premium-Codec LDAC (de-)aktivieren. Ergänzend zur Anpassung der Touch-Steuerung sind noch Firmware-Aktualisierungen durchführbar.
SXFI App
Optional kann mit den Creative Aurvana Ace Mimi die sogenannte Super X-FI Technologie des Herstellers ausprobiert werden, welche mit Kopfhörern ein räumliches Hören wie mit einem Mehrfachlautsprechersystem ermöglichen soll. Ist der Klangeffekt aktiv, rückt die virtuelle Bühne weiter in den Raum hinein, was abhängig vom Ausgangsmaterial recht unterschiedliche Auswirkungen besitzen kann.
Die besten Ergebnisse lassen sich im Gaming- und Filmbereich erzielen, während der Nutzen beim Musikhören vergleichsweise gering ausfällt. Allerdings ist die App-Funktion nur mit lokalen Dateien oder im Verbund mit Geräten, die „SXFI Ready“ sind, nutzbar. Gestreamte Inhalte via Qobuz, YouTube oder Netflix werden hingegen nicht unterstützt.
Sprachverständlichkeit beim Telefonieren
Der KI-gestützten Mikrofontechnik gelingt es, Windgeräusche so gut wie vollständig auszublenden, wodurch auch im Freien einwandfrei kommuniziert werden kann. Aufgefallen ist lediglich, dass der Sprachfluss bei stärkeren Böen ein wenig holpriger erscheint. Das klappt bei lauteren Umgebungsgeräuschen nicht derart überzeugend, da die Filterung der Creative Aurvana Ace Mimi größeren Schwankungen unterliegt. Eine belebte Hintergrundkulisse wird primär während des Sprechens abgeschwächt, aber in Redepausen recht lautstark übertragen. Hierdurch ist zwar eine Verständigung möglich, jedoch kann die Gesprächssituation vom Gegenüber als ziemlich anstrengend empfunden werden.
Geräuschunterdrückung (ANC) und Umgebungsmodus
Im Vergleich zum adaptiven Noise Cancelling der Aurvana Ace 2 schneidet die hybride Geräuschunterdrückung der Aurvana Ace Mimi nicht sonderlich leistungsstark ab. In der unteren Stufe ist kaum eine Reduzierung erkennbar und auch das mittlere Intensitätslevel bietet lediglich eine leichte Minimierung. Erst in der Maximaleinstellung erfolgt eine solide Abschwächung des tief- und hochfrequenten Außenbereichs, während Stimmen effektiver vermindert werden dürften. Dabei verhält sich der ANC-Modus recht rauscharm, wirkt sich aber durch eine leichte Verstärkung des Bassbereichs auf den Klang aus.
Auch der Umgebungsmodus der Creative Aurvana Ace Mimi besitzt Verbesserungspotenzial. Während die Verstärkung im ersten Level zu gering ausfällt, eignet sich die mittlere Position, um bei pausierender Wiedergabe ein Gespräch zu führen. Die Maximaleinstellung ermöglicht zwar eine verbesserte Wahrnehmung der Umgebung während der Beschallung, jedoch besteht ein stärkeres Grundrauschen, das sich bei leiseren Passagen auch auf die Wiedergabe auswirken kann.
So klingen die Creative Aurvana Ace Mimi
Die hybride Konstruktion der Creative Aurvana Ace Mimi, bestehend aus einem dynamischen 10-mm-Treiber und einem neuartigen MEMS-Treiber von xMEMS Labs, ist merklich spaßbezogener abgestimmt als bei den Aurvana Ace 2. Dabei vermittelt der Grundklang einen warmen, direkten Höreindruck und verfügt über eine durchaus gehaltvolle Basswiedergabe. Gut umgesetzt ist, dass der untere Frequenzbereich nicht zu weich klingt, sondern kontrolliert abgebildet wird, auch wenn der Tiefbass recht mächtig erscheint.
Es folgt ein vergleichsweise zurückhaltender Mittenbereich, der bei komplexeren Produktionen mit einer sauberen, ansprechend konturierten Darstellung glänzt, während Stimmen sehr gefällig wiedergegeben werden. Auch die Höhendarstellung erscheint ausgesprochen gutmütig und fordert das Gehör selbst bei höheren Wiedergabepegeln nicht. Insofern wirkt der Grundklang ausgesprochen rund und charmant, aber recht arm an Akzenten und etwas eindimensional, was sich jedoch durch die Klangpersonalisierung ändern kann.
Mit der Hearing ID kommen die Vorzüge der xMEMS-Technologie besser zur Geltung, wodurch der Hörraum an Breite und vor allem an Tiefe gewinnt. Die Folge ist eine luftigere, hellere Klangwiedergabe, die nicht mehr primär bassbetont, sondern ausgewogener erscheint. Die Unterschiede beim Umschalten zwischen Grundklang und Hörprofil können im ersten Moment zwar eher subtil wirken, entpuppen sich beim bewussten Hören in einer ruhigen Umgebung jedoch als eine signifikante Verbesserung mit einem wunderbar aufgeräumten Klangerlebnis.
Während die Basswiedergabe knackiger und wohldefiniert klingt, zeigt der Mittenbereich weniger beschönigende Wärme, was einen natürlicheren, frischen und lebendigen Eindruck vermittelt. Deutlich mehr Engagement ist zudem in den oberen Lagen erkennbar, die nicht mehr abfallen, sondern eine stabile Präsenz besitzen und die Klangwiedergabe vorteilhaft öffnen.
Fazit
Das hybride Treibersystem der Creative Aurvana Ace Mimi erweist sich in der Kombination mit dem individuellen Hörprofil als ausgesprochen klangstark und stellt mit seiner konturierten und kraftvollen Wiedergabe zweifelsfrei eine Empfehlung dar. Gehobeneren Ansprüchen können der Umgebungsmodus und die Geräuschunterdrückung der wetterfesten True Wireless In-Ears jedoch nicht unbedingt gerecht werden. Auch beim Telefonieren in einer lauteren Umgebung bieten bereits getestete Geschwister wie die Aurvana Ace 2 überzeugendere Ergebnisse.
- 129,99 € *Zum Angebot
Technische Daten
- BauformIn-Ear
- Bauweisegeschlossen
- Wandlerprinziphybrid
- Audio-Übertragungsbereich (Hörer)5 – 40.000 Hz
- Gewicht ohne Kabelje 5 g, Case 38 g
Lieferumfang
- Eartips in 5 Größen (XS, S, M, L, XL)
- USB-C auf USB-A-Ladekabel
- Transportbeutel
- Lade-Case
Besonderheiten
- BT-Version: 5.3
- BT-Codecs: LC3, LDAC, AAC, SBC
- BT-Profile: HFP, A2DP, AVRCP, TMAP, PBP, HSP